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Meret Oppenheim – Retrospektive
Galerien & Ausstellungen in Berlin

Meret Oppenheim – Retrospektive
(1)

Martin-Gropius-Bau

So. 25.08.13 10:00 Uhr

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Erstmals ist Meret Oppenheim eine große Retrospektive in ihrer Geburtsstadt Berlin gewidmet. Am 6. Oktober dieses Jahres 2013 wäre die berühmte Künstlerin 100 Jahre alt geworden. Der spielerisch-humorvolle Umgang ihrer Werke mit Alltagsmaterialien, die in immer neue Sinnzusammenhänge transferiert werden, ist ein besonderes Charakteristikum ihrer künstlerischen Arbeit. Dies verbindet sie auch mit ihren Künstlerfreunden Max Ernst, Alberto Giacometti, Hans Arp oder Man Ray. Jene Fotografien der Serie „Érotique voilée“ (1934) , in denen Man Ray einst sein Modell Meret Oppenheim inszenierte, gehören heute zu den bedeutendsten Werken des Surrealismus, in dessen Kreisen in Paris die Künstlerin hoch anerkannt war. Noch 1983 war die diskursive Kraft ihres Surrealismus spürbar, als auf dem Waisenhausplatz in Bern unter heftigster öffentlicher Debatte ihr „Oppenheimbrunnen“ eingeweiht wurde, den zu besichtigen dringend empfohlen sei.

Die Rezeption von Meret Oppenheims äußerst vielseitigem, von Experimenten und Umbrüchen, von Metamorphosen und dem „Traumhaften“ geprägtem Schaffen hatte es nicht immer einfach. Auf Einheitlichkeit oder Wiedererkennbarkeit verzichtete die Künstlerin zugunsten einer Experimentierfreudigkeit, mit der sie sich über die Grenzen eines künstlerischen Stils, einer Gattung oder einer linearen Entwicklung hinwegsetzte.

Sprache und Mythen, Spiele und Träume dienten ihr ebenso als Ausgangspunkt wie literarische Vorlagen und die Psychoanalyse C.G. Jungs. „Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie sich nehmen“, resümierte Oppenheim 1975.

Ihre emanzipatorische, nonkonformistische Haltung sowie ihre kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Festschreibungen und zugewiesenen Geschlechterrollen machten sie zu einer zentralen Identifikationsfigur für nachfolgende Generationen von Künstlerinnen.

Die Ausstellung präsentiert das gesamte Spektrum von Meret Oppenheims Oeuvre, das in seiner Unabhängigkeit und Vielgestaltigkeit bis heute wegweisend ist. Der künstlerischen Verfahrensweise Oppenheims folgend, die bestimmte Topoi über lange Zeiträume hinweg immer wieder neu aufgriff und bearbeitete, legt die Schau einen Parcours thematischer Verdichtungen quer durch die Schaffensperioden der Künstlerin: magische Objekte, Traumszenen und Mythen, Darstellungen des Unsichtbaren, Cadavre-exquis und das Spiel als künstlerische Methode, Identitätssuche, Metamorphosen zwischen den Geschlechtern, zwischen Mensch und Tier, Natur und Kultur. Ausgehend von ihren viel beachteten Frühwerken im Umkreis der Surrealisten bis hin zu ihrem weniger bekannten poetischen Spätwerk sind ihre Zeichnungen, Gemälde, Objekte und Collagen ebenso zu sehen wie ihre Dichtung und Traumaufzeichnungen sowie ihre humorvoll-fantastischen Design-, Schmuck- und Kleiderentwürfe. „Jeder Einfall wird geboren mit seiner Form. Man weiß nicht, woher die Einfälle einfallen: sie bringen ihre Form mit sich, so wie Athene behelmt und gepanzert dem Haupt des Zeus entsprungen ist, kommen die Ideen mit ihrem Kleid.“

1982 wurde Meret Oppenheim mit dem Großen Preis der Stadt Berlin geehrt. Im gleichen Jahr nahm sie an der documenta 7 teil. Kurz vor ihrem Tod wurde sie Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Sie starb 1985 in Basel.

Die Retrospektive entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Familie der Künstlerin sowie mit dem Kunstmuseum Bern, in dem sich das Archiv Meret Oppenheim befindet und das mit dem Legat der Künstlerin die bedeutendste Sammlung Meret Oppenheims besitzt.

Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Kunstforum Wien erarbeitet.

Kuratorin Heike Eipeldauer

Ausstellungsdauer:
16. August bis 1. Dezember 2013

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Montag von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Dienstag geschlossen

Tickets:
10,00 € | erm. 7,00 €

Weitere Informationen & Tickets unter:
www.berlinerfestspiele.de

(Abbildung: Meret Oppenheim: Porträt mit Tätowierung, 1980. Kunstmuseum Bern, Hermann und Margit Rupf Stiftung Foto: Heinz Günter Mebusch, Düsseldorf  © VBK, Wien, 2012/13 / VG Bild-Kunst, Bonn, 2012/13)




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