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Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Oper in Halle/Saale

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Oper in 3 Akten von Kurt Weill (1930)

So. 09.04.17 15:00 Uhr

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Text von Bertolt Brecht

Eine Stadt mitten in der Wüste, Goldsucher, Prostituierte, Kriminelle, ein Hurrikan – wie in einem bösen Wild-West-Märchen vom Kapitalismus erscheint die Welt in Mahagonny. Brecht und Weill verzerren unsere Wirklichkeit, damit sie besser kenntlich werde: Was dem geraden Blick nicht gelingt, erreicht vielleicht der schiefe. So verwandeln sie ökonomische Krisen in Wirbelstürme und zeigen Unternehmer als Verbrecher. Die Liebe ist immer auch Prostitution und das größte Verbrechen ist – ganz klar – kein Geld zu haben. Mahagonny meint nicht den Ausnahmezustand, den Exzess oder die Entgleisung einer Gesellschaft, sondern ihren ideologisch verstellten Normalzustand.

»Etwas fehlt« legt Brecht seinem Antihelden Jim Mahoney in den Mund, bevor dieser ein neues Gesetz verkündet: »Vor allem aber achtet scharf, dass man hier alles dürfen darf!« Saufen bis zum Umfallen, Fressen bis zum Tod und Sex bis man wund ist. »Etwas fehlt« – was für Ernst Bloch in dem legendären Gespräch mit Theodor W. Adorno über »Die Möglichkeiten der Utopie heute« Ausdruck aufkeimenden utopischen Bewusstseins ist, wird in Mahagonny zum Beweis für die Fähigkeit des Kapitalismus, Sehnsüchte und Bedürfnisse nach Freiheit systemstabilisierend zu integrieren. Die Freiheit als Karikatur ihrer selbst.

Weills Musik ist dabei mitreißend, schillernd und verführerisch, so wie es auch die Verhältnisse sind: Abstoßend und geil zugleich wie die Gassenhauerzeile »Und wenn einer tritt, dann bin ich es«. Ja, es macht Spaß in Mahagonny, solange man [noch] mitspielen darf… »Oh show me the way to the next whisky bar«, heißt es im Alabama Song.

Doch mittlerweile haben die Alltagserfahrung Mahagonnys Geschichte vom Wilden Westen an Absurdität sogar überboten: Mit deren Forderungen etwa, „Für die ungerechte Verteilung der irdischen Güter!“ „Für die Freiheit der reichen Leute!“ sind heute reale demokratische Wahlen zu gewinnen. In den von der Finanzkrise erschütterten Staaten werden Teile der Bevölkerung gemolken und ausgeblutet wie Jim Mahoney, der in Mahagonny seine Schulden nicht begleichen kann und hingerichtet wird. Wie soll man auf diese reale Zuspitzung anders als reagieren als mit der üblichen Ratlosigkeit und Bestürzung? Michael v. zur Mühlens Inszenierung holt diese offene Frage auf die Bühne, genauer in eine Reminiszenz der Frankfurter Paulskirche, dem paradigmatischen Ort bundesdeutscher Selbsverständigung. Hier findet eine Trauerfeier für all’ die Hoffnungen auf ein anderes Zusammenleben statt, die der Wirbelsturm der Geschichte inzwischen mit sich gerissen hat- zwischen Staatsakt und Reality Show, zwischen politischer Agitation und Yoga-Meditation. Auf das eine neue Lust entbrenne, den Verhältnissen mit der Wasserpistole zu drohen!

Michael v. zur Mühlen inszenierte bisher sowohl im Musiktheater wie im Schauspiel u.a. an der Oper Leipzig, der Staatsoper Berlin, dem DT Göttingen, dem Nationaltheater Weimar und dem Staatstheater Darmstadt. Ab der Spielzeit 16/17 ist er Mitglied der Opernleitung in Halle. Mit der Inszenierung von »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« setzt er seine intensive Auseinandersetzung mit Bertolt Brecht fort.

Dauer:
ca. 3 Stunden

Mitwirkende:
Leokadja Begbick: Svitlana Slyvia / Jasmin Etezadzadeh (26.2.)
Fatty, der »Prokurist«: Philipp Werner
Dreieinigkeitsmoses: Ki-Hyun Park
Jenny Hill: Ines Lex
Jim Mahoney: Ralph Ertel
Jack O'Brian: Robert Sellier
Bill, Sparbüchsenbill: Franz Xaver Schlecht
Joe, genannt »Alaskawolfjoe«: Vladislav Solodyagin
Tobby Higgins: Robert Sellier
Staatskapelle Halle
Chor und Extrachor der Oper Halle

Musikalische Leitung: Christopher Sprenger
Regie: Michael v. zur Mühlen
Bühne und Kostüme: Christoph Ernst
Video: Vincent Stefan
Video Operator: Iwo Kurze
Dramaturgie: Jeanne Bindernagel
Choreinstudierung: Peter Schedding
Regieassistenz: Dorothea Lübbe
Spielleitung: Ann-Kathrin Franke
Ausstattungsassistenz: Josefine Smid

Tickets:
ab 16,00 €

Weitere Informationen unter:
www.buehnen-halle.de

Foto © Falk Wenzel




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