Alte Kirche St. Salvator
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Alte Kirche 5

25849 Pellworm

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Beschreibung

Die Alte Kirche St. Salvator ist die wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit auf der nordfriesischen Insel Pellworm. Das romanische Gotteshaus wurde um 1200 errichtet und prägt durch die Turmruine das Bild der Insel. Die Kirche gehört zusammen mit der Neuen Kirche Zum Heiligen Kreuz zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Insel Pellworm im Kirchenkreis Nordfriesland in der Nordkirche.

Eine erste Kirche wurde im Westen der Marschinsel Strand den Urkunden nach im 11. Jahrhundert aus Holz errichtet. Die alten Schwellen aus Eichenholz wurden bei Grabungen im Jahr 1907 unter der heutigen Apsis nachgewiesen. Die Salvatorkirche war Christus, dem Heiland (lateinisch: salvator) der Welt, geweiht. Da dieser Kirchenbau den ungünstigen Witterungsbedingungen nicht auf Dauer gewachsen war, wurde er um das Jahr 1200 durch das heutige Gotteshaus aus Stein ersetzt. Als erstes wurden im Jahr 1195 im Osten Chor und Apsis aus Tuffstein gebaut. Kurze Zeit später entstand im Westen das Langschiff aus roten, gebrannten Ziegelsteinen.

Der Kirchturm wurde im 13./14. Jahrhundert angebaut. Um 1400 solle er dem aus Dithmarschen stammenden Seeräuber Cord Widderich als Stützpunkt bei seinen Plünderungen in den Dörfern der Insel Strand und den umliegenden Inseln gedient haben. Aus der Salvatorkirche soll Widderich neben dem Bronzetaufbecken auch weitere Schätze gestohlen haben. Landesherr Herzog Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf verfügte 1597, dass der etwa 50 Meter hohe Turm als Seezeichen im guten Zustand zu erhalten sei. Am 5. April 1611 stürzte er jedoch unvermutet und ohne Fremdeinwirkung teilweise ein, weil die offenbar nicht tief genug gegründeten Fundamente im Marschboden keinen ausreichenden Halt mehr fanden. Dabei wurde auch das Kirchenschiff beschädigt. Der Wiederaufbau verzögerte sich durch die große Sturmflut von 1634, die Burchardiflut, die Pellworm von der Insel Strand abriss, nach der zunächst die Wiedereindeichung der Insel Priorität hatte. Die Erneuerung des zerstörten westlichen Teils des Kirchenschiffs wurde erst im Jahr 1687 abgeschlossen. In diesem Zuge wurden vermutlich auch die Fenster vergrößert. Der Einbau der Orgel von Arp Schnitger in den Jahren 1710/11 geschah parallel zur Deichsanierung und mit Unterstützung derselben Verantwortlichen, die den Deichbau durchführten. Der Turm wurde nicht wieder aufgebaut, behielt aber auch als 26 Meter hohe Ruine seine Bedeutung als Seezeichen.

Die Mauern der Apsis wurden im Jahr 1913 mit Kopien der Würfelkapitelle neu aufgeführt und der Chor neu verblendet, 1914 der Chorbogen und 1928 der Dachreiter erneuert.