Zum 150. Geburtstag von Gerhart Hauptmann
Gerhart Hauptmann, 1862 als Sohn eines Gastwirts im schlesischen Bad Salzbrunn geboren, war nicht nur ein Theaterrevolutionär, er begründete auch mit seinen Dramen den deutschen Naturalismus. Dafür wurde er gefeiert, aber auch geschmäht. Er galt im Ausland als ein repräsentativer Dichter Deutschlands. Die Anerkennung seines Werkes gipfelte in der Vergabe des Nobelpreises für Literatur, den er 1912 erhielt, also vor genau 100 Jahren. So gibt es in diesem Jahr zwei gewichtige Gründe, sich mit dem Werk Hauptmanns näher zu beschäftigen In einem Vortrag sollen einige bedeutende Stationen seines Lebens umrissen werden, nicht zuletzt wird darin auch sein Verhältnis zum Film Erwähnung finden.
Anschließende Filmvorführung:
Die Ratten (BRD 1955)
Regie: Robert Siodmak
Mit Maria Schell, Curd Jürgens, Heidemarie Hatheyer, Gustav Knuth u.a.
Der Regisseur Robert Siodmak verlegt die Handlung des Theaterstücks vom Berlin vor dem Ersten Weltkrieg in das Berlin der 50er Jahre. Die junge Pauline kommt in die Stadt, um nach Westdeutschland zu gehen. Sie ist schwanger und ohne feste Bleibe. Als sie die Wäschereibesitzerin Anna trifft, keimt Hoffnung in ihr auf. Anna ist kinderlos und trifft eine Übereinkunft mit Pauline. Sie wird sich um das Mädchen bis zur Geburt de Kindes bemühen und das Kind als ihr eigenes annehmen. Doch nach der Geburt plagt Pauline ihr schlechtes Gewissen. Sie will das Kind zurückhaben. Ein lebensgefährlicher Konflikt bahnt sich zwischen den Frauen an. Die Verfilmung von Siodmak bekam auf der Berlinale 1955 den Goldenen Bären. Sie besticht besonders durch ein hervorragendes Schauspielerensemble, das die psychologischen Konflikte glaubhaft darstellt und mag so, trotz des veränderten zeitgeschichtlichen Hintergrunds, durchaus überzeugen.
Tickets:
2,00 €
Weitere Informationen unter:
www.hauptmannmuseum.de