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Moderne Klassik in Berlin

Musikfest Berlin: John Cage
(2)

Junge Deutsche Philharmonie/Ensemble Modern

Mi. 12.09.12 19:00 Uhr

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Musikfest Berlin: John Cage

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1976, anlässlich der 200-Jahrfeier der USA hat John Cage Apartment House 1776 kreiert, als Auftragswerk des Boston Symphony Orchestra und seines damaligen Chefdirigenten Seiji Ozawa sowie für das Los Angeles Philharmonic, das New York Philharmonic und das Philadelphia Orchestra. John Cage versammelt in Apartment House 1776 Musik aus der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und Lieder der verschiedenen Ethnien der USA, protestantische, sephardische, indianische und afroamerikanische Gesänge.

„Der Titel bezieht sich auf die Tatsache, dass viele Dinge eher gleichzeitig als nacheinander stattfinden“, hat Cage erklärt. Für jede Aufführung wird von den Ausführenden jeweils eine eigene, einzigartige Version zusammengestellt. Bei der Uraufführung in Boston, von wo aus einst mit der Tea Party der amerikanische Widerstand gegen die britische Kolonialmacht ausgegangen war, wurde Apartment House 1776 zusammen mit Cages Werk Renga dargeboten. „Renga“ ist die Bezeichnung für ein japanisches Kettengedicht mit einer festgelegten Silbenzahl. Für sein gleichnamiges Musikstück hat Cage 360 Zeichnungen des amerikanischen Transzendentalisten Henry David Thoreau nach bestimmten Regeln aus der japanischen Dichtkunst in einem Raum angeordnet und dann mit Hilfe von Zufallsoperationen des I Ging Ausschnitte dieser Zeichnungen in Stimmen für 87 Instrumente übertragen. Wie Charles Ives, der Theoreau in seiner Klaviersonate „Concord, Mass., 1840-60“ ein Denkmal setzte, war auch John Cage noch immer von den fortschrittlichen Reformideen der amerikanischen Transzendentalisten aus dem 19. Jahrhundert fasziniert.

Mehrfach zog Cage auch Sternkarten des tschechischen Astronomen Antonín Bečvář für seine Kompositionen heran. Die Konstellationen in Sternkarten aus Bečvářs Atlas eclipticalis hat Cage auf die musikalischen Notensysteme übertragen. Die unterschiedliche Helligkeit der Sterne bestimmt die Lautstärke der einzelnen Töne.

Das Ensemble Modern, seit über 30 Jahren eine feste Größe für Neue Musik, gibt seit einigen Jahren seine Erfahrungen an junge Musiker wieder. Gemeinsam mit der Jungen Deutschen Philharmonie unter Leitung von Neue-Musik-Spezialist Peter Rundel haben die Musiker ihr Cage-Programm speziell für das Musikfest Berlin 2012 erarbeitet.

Programm:
Junge Deutsche Philharmonie
Ensemble Modern
Hermann Kretzschmar - Auswahl des Zuspielmaterials
Norbert Ommer - Klangregie
Peter Rundel - Einstudierung und Leitung

Tickets:
ab 30,00 €

Weitere Informationen & Tickets unter:
www.berlinerfestspiele.de

(Foto: John Cage © Christopher Felver)



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