Theater in Frankfurt am Main

Ellbogen

Fr. 23.02.18 19:30

Von Fatma Aydemir

2 x 2 Freikarten

"Mein Name ist Hazal Agündüz und mein Thema lautet Überleben."


Hazal ist fast 18 und wohnt in Berlin-Wedding. Zwischen der Enge der Wohnung ihrer türkischstämmigen Familie, der Perspektivlosigkeit in der berufsvorbereitenden Maßnahme, Konflikten mit Ladendetektiven und deutschen blonden Mädchen, zu denen „das Leben von Anfang an einfach schon zu gut war“, hangelt sie sich mit ihren Freundinnen von Joint zu Joint. Die Reste einer Hoffnung auf eine Änderung in ihrem Leben setzt sie auf ihren 18. Geburtstag, auf dessen Vorbereitung sie sich tagelang konzentriert. An der Tür zur der Diskothek, die der Eintritt in die Welt derer sein soll, die eh überall Zugang haben, macht der Türsteher den Mädchen einen Strich durch die Rechnung: „Heute nicht. Heute nur Stammgäste! Es können nicht alle rein!" Der Abend endet in einer Katastrophe, als die drei Mädchen auf dem Heimweg in eine Auseinandersetzung mit einem Studenten geraten, an deren Ende Hazal den „Studentenkörper“ auf das U-Bahn-Gleis wirft. Hazal flüchtet zu ihrer Chat-Bekanntschaft nach Istanbul, eine Stadt, die ihr völlig fremd ist, in der ein Putsch stattfindet, dessen Gründe sie noch nicht mal vor Ort versteht. Aber plötzlich sieht es so aus, als könnten die Karten nochmal neu gemischt werden...


Die Inszenierung von theaterperipherie wird von vier jungen Mädchen gespielt, die alle im Alter von Hazal sind und kaum bis keine Erfahrung mit dem Theater haben, dafür aber die Lebenswirklichkeit von Hazal kennen. Wir folgen dem Roman ganz stringent darin, keine Antworten zu geben, sondern Fragen zu stellen, bohrend und hartnäckig - wie Hazal, deren reuelose, wütende, rebellische, nach Liebe hungernde Haltung ein Schrei danach ist, wahrgenommen zu werden. Das macht sie zu einer Figur, die uns mehr erzählen kann über Ungerechtigkeiten, Schuld und das Leben als soziologische Studien, politische Talkshows oder andere Formate, in denen über die Hazals in unserem Land diskutiert wird, deren Perspektive auf die Welt aber nicht wirklich vorkommt. Weil die Sachen, die sie sagt, unbequem sind, unzugänglich und gefährlich, weil Hazal alles in Frage stellt, was wir zu wissen glauben über Chancengleichheit, Integration, Emanzipation und das richtige Leben, weil Hazal Scheinheiligkeiten entlarvt, auf die wir nur ungern unseren Blick richten.

Mitwirkende:
Jasna Ines Sayar, Luna Vega, Nazli Dersüneli, Omeira Ibrahim
Regie: Ute Bansemir
Dramaturgie: Hannah Schassner
Ausstattung/Video: Sandra Li Maennel
Regieassistenz: Lisa Deniz Preugschat
Regiehospitanz: Ardesia Calderan
Fotografie: Moe Salamat
Technik: Mirjam Lüdecke


Tickets:
12,00 € | erm. 8,00 €


Weitere Informationen unter
www.theaterperipherie.de

Tickets

12.00 €

Veranstaltet durch

theaterperipherie

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