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art:berlin - Landhauskolonie Friedenau  - Literaten, Künstler
Führungen & Rundgänge in Berlin

art:berlin - Landhauskolonie Friedenau - Literaten, Künstler
(1)

Autoren, Expressionisten und politische Extreme in kleinstäd

Sa. 20.08.22 11:00 Uhr

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Friedenau, gegründet 1874: In dem bürgerlichen Idyll der kleinen Landvillen und Altbauten mit sehenswerten Jugenstilfassaden und Vorgärten lebten in den vergangenen 100 Jahren erfolgreiche Autoren, bekannte Maler und Bildhauer sowie Politiker jeglicher Couleur.
Die Expressionisten Kirchner, Schmidt-Rottluff, Otto Müller und Ludwig Meidner sowie Hans Baluschek malten in phantasievoll möblierten Dachateliers. In der Görresstraße befand sich ein Bildhauerhof, der den Spitznamen Klein-Carrara trug. In der Wohnsiedlung Ceciliengärten stehen sich Kolbes Skulpturen der Abend und der Morgen gegenüber. Nachdem Kurt Tucholsky und Erich Kästner hier in der Zeit des Nationalsozialismus wohnten, zog es in den späten 1960ern und 70ern eine illustre Crew deutschsprachiger Autoren nach Friedenau, die hier in „literarischen Kneipen und Clubs“ tranken, diskutierten und die Gesellschaft der BRD verändern wollten. Eingekauft wird heute und damals auf dem Markt am Breslauer Platz. Es stritten und vertrugen sich (oder auch nicht): Günter Grass, Uwe Johnson, Hans-Magnus Enzensberger, Max Frisch, etc. Gleich 2x erhielten Grass und Herta Müller Friedenauer den Literaturnobelpreis. Das Idyll täuscht; politisch war es hier oft unruhig: die RAF verübt ihren ersten Banküberfall, Rosa Luxemburg kochte bei Familie Kautsky und Hermann Göring wuchs in einer Menage á trois auf. Goebbels und Theodor Heuss lebten in der Fregestraße. In der Wilhelmshöher Straße formierte sich im „Einküchenhaus“ der politische Widerstand der Roten Kapelle. Weiter hören Sie vom „Friedenauer Rad“ und der Gründung der ersten Boy-Group, den Comedian Harmonists. Zum Schluss besuchen wir Marlene, Helmut Newton und Jeanne Mammen an ihrer letzten Ruhestätte: dem Friedenauer Friedhof.

Dauer:
2,5 h 

Treffpunkt:
vor dem S-Café,
Bahnhofstraße 4C, 12159 Berlin
S Friedenau

Tickets:
21,00 €

Mehr Informationen und Termine:
www.artberlin-online.de

Foto © David Varnhold

Tickets:
21,00€

Weitere Informationen, Termine und Tickets:

Friedenau, gegründet 1874: In dem bürgerlichen Idyll der kleinen Landvillen und Altbauten mit sehenswerten Jugenstilfassaden und Vorgärten lebten in den vergangenen 100 Jahren erfolgreiche Autoren, bekannte Maler und Bildhauer sowie Politiker jeglicher Couleur.
Die Expressionisten Kirchner, Schmidt-Rottluff, Otto Müller und Ludwig Meidner sowie Hans Baluschek malten in phantasievoll möblierten Dachateliers. In der Görresstraße befand sich ein Bildhauerhof, der den Spitznamen Klein-Carrara trug. In der Wohnsiedlung Ceciliengärten stehen sich Kolbes Skulpturen der Abend und der Morgen gegenüber. Nachdem Kurt Tucholsky und Erich Kästner hier in der Zeit des Nationalsozialismus wohnten, zog es in den späten 1960ern und 70ern eine illustre Crew deutschsprachiger Autoren nach Friedenau, die hier in „literarischen Kneipen und Clubs“ tranken, diskutierten und die Gesellschaft der BRD verändern wollten. Eingekauft wird heute und damals auf dem Markt am Breslauer Platz. Es stritten und vertrugen sich (oder auch nicht): Günter Grass, Uwe Johnson, Hans-Magnus Enzensberger, Max Frisch, etc. Gleich 2x erhielten Grass und Herta Müller Friedenauer den Literaturnobelpreis. Das Idyll täuscht; politisch war es hier oft unruhig: die RAF verübt ihren ersten Banküberfall, Rosa Luxemburg kochte bei Familie Kautsky und Hermann Göring wuchs in einer Menage á trois auf. Goebbels und Theodor Heuss lebten in der Fregestraße. In der Wilhelmshöher Straße formierte sich im „Einküchenhaus“ der politische Widerstand der Roten Kapelle. Weiter hören Sie vom „Friedenauer Rad“ und der Gründung der ersten Boy-Group, den Comedian Harmonists. Zum Schluss besuchen wir Marlene, Helmut Newton und Jeanne Mammen an ihrer letzten Ruhestätte: dem Friedenauer Friedhof.





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