30 Sep
Unser Tipp Klassik-Pop in München

Max Raabe Solo – Übers Meer (1)

Am Flügel: Christoph Israel

1x2 Freikarten So. 30.09.12 20:00 Uhr

Das Meer ist eine romantische Metapher - Sinnbild für Sehnsucht und Aufbruch, für Abschied und Heimweh. Mit kammermusikalischer Intensität entwirft Max Raabe ein akustisches Panorama dieser schillernden Gefühlswelt. In überwiegend leisen Tönen erzählt das Solo-Konzertprogramm "Übers Meer" von Liebe und Sehnsucht, von Weggehen und Ankommen. Konzentriert und variantenreich spannt die ebenso voluminöse wie präzise Baritonstimme den großen, melodramatischen Bogen - heiter, elegisch und melancholisch.

Die Stücke entstanden zum größten Teil gegen Ende der Weimarer Republik, dieser experimentierfreudigen und widersprüchlichen, herrlich verrückten und doch gar nicht "goldenen" Zeit. Legendäre Komponisten und Textdichter wie Fritz Rotter, Robert Gilbert, Walter Jurmann, Austin Egen, Hans May, Walter Reisch und Werner Richard Heymann, ausnahmslos jüdischer Herkunft, mussten über Wien, Paris und London in die USA emigrieren - buchstäblich "übers Meer" und weit weg von der Heimat und jener Sprache, die sie liebten und so meisterhaft beherrschten. Einige hatten Glück und machten Karriere in Hollywood; nicht wenige kehrten später nach Deutschland zurück. Mögen ihre Namen heute nur noch wenigen bekannt sein – ihre Melodien klingen über alle Abgründe und Zeitenbrüche hinweg. Die geniale Mischung aus Melancholie und Ironie, tiefer Traurigkeit und unverschämter Lebenslust bleibt das bis heute unerreichte Erbe einer Kultur, die 1933 brutal vernichtet wurde. Umso wunderbarer der späte Triumph dieser großen Künstler, deren einzigartiger, stets romantisch gefärbter Esprit sich traumwandlerisch sicher zwischen Dur und Moll bewegte, zwischen dem Kleinen und dem Großen, dem Leichten und dem Schweren, zwischen Witz und Wahnsinn des Lebens.

Einem Liederzyklus gleich fasst Max Raabe die Lieder, Schlager und Couplets atmosphärisch zusammen. Klassiker wie "Ninon", "Irgendwo auf der Welt" oder "Ein Lied geht um die Welt" interpretiert Raabe mit einem zerbrechlichen Glanz fernab jeder falschen Süßlichkeit. Dem still sehnenden "Wenn der Wind weht über das Meer" - im Original von den Comedian Harmonists gesungen - ist schließlich jene Zeile entnommen, die den Namen des Konzertprogramms trägt.

„Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht, wo das weite Meer zu Ende geht, dort blieb ein Stück von meinem Glück zurück“, sang einst Hans Albers. Mit Max Raabe und Christoph Israel aber kehrt ein Stück von diesem Glück tatsächlich wieder zurück.

Nach den internationalen Konzertreisen der vergangenen Jahre und dem großen Erfolg des Live-Mitschnitts aus der New Yorker Carnegie Hall mit dem Palast Orchester erschien mit "Übers Meer" im Januar 2010 bei Universal das erste Solo-Studioalbum von Max Raabe. Aufgenommen und gemischt wurden die fünfzehn Lieder im Sommer 2009 im Rainbow Studio in Oslo von Jan Erik Kongshaug. Die Solo-Konzerttournee feierte im Frühjahr 2010 in München Premiere. Musikalisch begleitet wird Max Raabe von seinem langjährigen Pianisten Christoph Israel.

Tickets:
ab 40,00 € zzgl. VVK.-Gebühr

Weitere Informationen & Tickets unter:
www.konzertbuero-augsburg.de


Pressetext und -Foto mit Genehmigung des Veranstalters. © liegen bei den Urhebern.
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Erfahrungsberichte
  • DominikS schreibt am Do. 09.05.13 20:20 zur Veranstaltung
    Münchner Rundfunkorchester :
    Mal wieder ein wunderschönes Konzert in dem Prinzregententheater. Die Zusammenstellung von Stücken von Leo Fall war ausgezeichnet und die Musiker und Sänger über jeden Zweifel erhaben. Hilfreich? (0) (0)
  • Krabat schreibt am Do. 09.05.13 20:10 zur Veranstaltung
    Münchner Rundfunkorchester :
    Münchner Rundfunkorchester - 4. Mittwochs um halb acht - im Prinzregententheater

    Diese Veranstaltung war dem Operettenkomponisten Leo Fall gewidmet. Eine wunderbare Mischung mit Erzählungen aus dessen Leben (bestens vorgetragen vom österreichischen Schauspieler Johannes Silberschneider) und einem Potpourri aus seinen vielen Operetten..
    Ulf Schirmer und sein Rundfunkorchester wurden hervorragend unterstützt durch die beiden Sopranistinnen Magdalena Hinterdobler und Olivia Delaure, sowie dem Tenor Tom Schimon und Bariton Benjamin Appl.

    Ein kurzweiliger und lustiger Abend im vollen Prinzregententheater :-)
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  • Krabat schreibt am Mo. 29.04.13 12:25 zur Veranstaltung
    MARTIN KÄLBERER - goya :
    Martin Kälberer – goya – im Prinzregententheater

    Klangbilder und dazu begleitende Foto-Videokollagen an einer riesigen Leinwand hinter der Bühne bildeten M. Kälberers Kopfkino wieder der Hektik und Dauerbeschallung in unserem Leben.

    Der sympathische Musikkünstler überzeugte als Solist mit Loopmaschine – quasi als Orchester – mit Klavier, Piano, Akkordeon und einer Vielzahl an Klopf- und Schlaginstrumenten.

    Ein beeindruckendes akustisches und visuelles Erlebnis in einem fast ausverkauften Prinzregententheater :-)
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  • mariaeck schreibt am So. 21.04.13 01:37 zur Veranstaltung
    Akademie für Alte Musik Berlin :
    In der dritten Reihe konnten wir die überwiegend heitereren Musiker und die Solistin in Ruhe betrachten, während wir der Musik lauschten. Sehr gut zusammengestelltes Programm. Hilfreich? (0) (0)
  • oliboli schreibt am Sa. 20.04.13 16:45 zur Veranstaltung
    Akademie für Alte Musik Berlin :
    Hat mir gut gefallen, sowohl von den Stücken, als auch der Performance her. Lediglich einer der Cellisten hatte wohl nicht seinen besten Tag, vor allem in den schnelleren, schwungvollen Passagen. Eine Zugabe sollte es eigentlich nicht geben, wurde aber vom Publikum vehement eingefordert und praktisch "erzwungen" :-) Hilfreich? (0) (0)
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