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Bosestr. 1
04109
Leipzig
Gottschedstraße
Stadtplan
Dass es kein richtiges Leben im falschen gibt … Dieser Satz von Theodor W. Adorno kommt für Helene Alving, Witwe und Hausherrin eines Landgutes in Norwegen um 1880, ein knappes Jahrhundert zu spät. Zwar liest sie freidenkerische Schriften, doch ihr ganzes Leben hat sie nur die überholten moralischen Normen und Pflichten der provinziellen wie bigotten Gesellschaft um sich herum erfüllt. Ihre eigenen Bedürfnisse und Ansichten führen seither ein lichtscheues Gespensterleben. Nun will sie mit dieser Vergangenheit abschließen: unerträgliche Jahre vergessen machen, die Lebenslüge hinter einer Fassade aus Vertuschung und Verdrängung, mit welcher sie ihre von Alkohol, Begierde und Depression zerrüttete Ehe nach außen tarnte. Sie kauft sich frei, indem sie das Vermögen ihres verstorbenen Mannes samt scheinheiliger Fassade in einem Kinderheim verbaut. Osvald, ihr eigener Sohn, den sie als Kind aus dem Haus gegeben hatte und der als Maler in Paris lebt, ist aus diesem Anlass heimgekommen. Doch wie ein krankes Tier durchstreift er das Haus. Mit seiner Anwesenheit fühlt sich Helene Alving fast gespenstisch an ihren Ehemann erinnert. Beinahe identisch stellen sich Situationen ein, die sie schon einmal miterleben musste – als ob die dunklen Schatten der Familiengeschichte doppelt belichtet würden. Der Befreiungsschlag wird eine Zumutung: nämlich die Wahrheit. Sie betrifft alle, stellt alles in Frage, in diesem Haus, an diesem Tag, in einer langen durchwachten Nacht, über deren Katastrophe die Sonne schließlich unerbittlich aufgehen wird.
GESPENSTER zeigt Henrik Ibsens unübertroffene Meisterschaft, in einem kurzen dramatischen Moment ganze Lebensläufe schonungslos auflaufen zu lassen. Richtig und falsch sind für ihn dabei keine hilfreichen Kategorien. Vielmehr stellt er seinem Anspruch an „Wahrheit und Freiheit“ als den Stützen der Gesellschaft die Feigheit zur Wahrheit in Rechnung.
Anja Nioduschewski
Tickets:
ab 10,00 €
Weitere Informationen & Tickets unter:
Telefon 0341 / 12 68 - 168
www.centraltheater-leipzig.de
besucherservice@schauspiel-leipzig.de
Bild: © R.Arnold/Centraltheater
19 Mitglieder
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HeikoH schreibt am Mi. 10.04.13 00:32 zur Veranstaltung
Gefahr-Bar™ : Humor wie es mir gefällt ... Etwas anders inszeniert, als man es gewohnt ist im bisherigen Centraltheater, aber gut geeignet für die neue Arena-Atmosphäre. Gute Mischung aus Texten und Musik, nicht immer leicht verstehbar. Hilfreich? (0) (0) -
donmollo schreibt am Di. 19.03.13 12:59 zur Veranstaltung
Nackter Wahnsinn – Was ihr wollt : der titel ist programm. nackte und wahnsinnige auf der buehne. hat mit shakespeare soviel zu tun wie ich mit seidenraupenzucht und den coolnessfaktor von einem gartentraktor. Hilfreich? (4) (4) -
HeikoH schreibt am Mi. 06.02.13 22:30 zur Veranstaltung
Der gestiefelte Kater : Eine schöne "Weihnachts-"Märcheninszenierung voller Spaß, Freude, Tempo ... So macht leichte Unterhaltung Vergnügen. Da kann ich nur sagen, weiter so bzw. Vorfreude auf die Weihnachtszeit 2013 Hilfreich? (0) (0) -
HeikoH schreibt am Mi. 06.02.13 22:23 zur Veranstaltung
Pulverfass : Auch meinen geschmack hat das Stück nicht getroffen, aber es war ja auch die "Letzte Vostellung" da ist dann nichts verloren, es kann also demnächst wieder für meinen Geschmack besseres geben. Schauspielerisch war es m.E. schon o.k. Hilfreich? (0) (0) -
rene_leipzig schreibt am Di. 29.01.13 08:24 zur Veranstaltung
Pulverfass : Auch wenn das "Pulverfass" mal eine Hartmann-Inszenierung war, konnte ih damt nicht richtig warm werden. Die Bühne aus Spanplatten und Plastikplanen, eine ziemlich laute Band, die Schauspieler haben zwar ihr Bestes gegeben, aber alles in Allem konnte mich dieses als "Balkan-Musical" bezeichnete Stück nicht überzeugen. Ich hoffe, das es bald wieder emhr Inszenierungen a la Reinald Grebe gibt. Hilfreich? (0) (0)
